Bei der pädquis Stiftung, dem unabhängigen Institut für Qualitätsentwicklung in Kitas, ist der Aufbruch derzeit doppelt zu spüren: Maren Krempin hat zum 1. Oktober die Leitung als geschäftsführende Vorständin übernommen. Zugleich arbeitet das Stiftungsteam in neuen, modernen Berliner Büroräumen näher in der Stadtmitte.
Zwei Veränderungen, die dafür sorgen, dass in der pädquis Stiftung neben der inhaltlichen und operativen Kontinuität neue Akzente gesetzt werden. „Wir freuen uns auf viel Neues – und darauf, dass wir pädquis nun auch in neuen Räumen weiterentwickeln können“, sagt Maren Krempin. „Dazu gehört natürlich auch, dass wir an manchen Stellen loslassen müssen.“
Sie bringt als geschäftsführende Vorständin eine frische Perspektive mit und steht für die zweite Phase der Stiftungsarbeit, nachdem die siebenjährige Gründungsphase erfolgreich abgeschlossen wurde. Dass sie nun die Gesamtverantwortung übernimmt, ist eine folgerichtige Fortsetzung ihres bisherigen Werdegangs. Sie leitete vor ihrem Wechsel in den Vorstand bei pädquis seit Juni 2023 den Arbeitsbereich „Monitoring und Qualitätsentwicklung“ und damit das größte Team der Stiftung. Dieser Bereich beschäftigt sich mit zwei zentralen Aufgaben: der Qualitätsentwicklung in Kitas und der Qualifizierung von Fachkräften.
Von der Sprachforschung zur Stiftungsleitung
Maren Krempins Arbeitschwerpunkte lagen mehr als ein Jahrzehnt und bis zuletzt in der Sprachforschung. Bei pädquis begleitete sie beispielsweise ein Programm zur adaptiven Sprachförderung in Kitas – in Kooperation mit der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn (aim). Publikationen zur Sprachförderung und evidenzbasierten Schulentwicklung begleiten ihre Arbeit bis heute.
Bevor sie zur pädquis Stiftung wechselte, war sie zudem in der Schul- und Unterrichtsentwicklung tätig, zunächst bei der Deutschen Schulakademie, dann im Team des Deutschen Schulpreises der Robert Bosch Stiftung.
Wo Daten zu Veränderung werden
Was sich durch all diese Stationen zieht? „Dass ich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis arbeite,“ sagt die neue Vorständin. „Und dass ich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ganz konkret Schulen oder Kitas helfe, in ihrem Alltag besser zu werden.“ Bei pädquis habe sich für sie ein Kreis geschlossen. „Unsere Teams bieten eine Sicht von außen auf ein bestehendes System. Wir sehen uns dabei als neutrale Beobachter, die dann dokumentieren und analysieren, was uns auffällt“, stellt sie fest. „Die Kita hat dann die pädagogische Freiheit, daraus etwas zu machen, was zu ihrer Konzeption passt.“
Für Maren Krempin ist die wissenschaftliche Beobachtung von pädagogischer Qualität – die Daten, das Monitoring – unverzichtbar. Nicht um Kitas zu kontrollieren, sondern um den Kita-Mitarbeitenden zu zeigen, was sie selbst im herausfordernden Alltag vielleicht nicht wahrnehmen können – insbesondere auch, wo sie bereits tolle Arbeit leisten.
Relevanter denn je
Dass diese frühkindliche Bildungsarbeit gerade so viel politische Aufmerksamkeit bekommt – mit PISA-Ergebnissen auf schlechtem Niveau, dem neuen Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz, der öffentlichen Debatte über Kita-Qualität – sieht die Vorständin weniger als Druck denn als Bestätigung. „Wir sind dankbar, dass die Themen gerade so präsent sind. Und wir sind froh, mit unserem Einsatz die Entscheidungsträger auf allen Ebenen weiter unterstützen zu können.“ Denn eines ist für sie klar: „Unsere Gesellschaft steht in der Pflicht, allen Kindern passgenaue Bildungs- und Förderangebote anzubieten. Nur so ist echte Chancengerechtigkeit möglich.“
Maren Krempin möchte die pädquis Stiftung als „lernende Organisation“ in die Zukunft führen. Konkret heißt das: die Kooperationen stärken, die pädquis über Jahre aufgebaut hat, und gleichzeitig prüfen, wo und wie sich die Stiftung neu ausrichten und die Arbeit ausbauen kann. „Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam als pädquis-Team so viel Gutes erreicht. Das sehe ich als meinen Auftrag und Antrieb, genau das möchte ich nun als Vorständin fortführen.“ Sie ist überzeugt, dass pädquis als Akteurin in der frühkindlichen Bildung noch viele Akzente setzen wird.
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Maren Krempin
Seit Oktober 2026 geschäftsführende Vorständin der pädquis Stiftung
Seit Juni 2023 Bereichsleitung Monitoring & Qualitätsentwicklung, pädquis Stiftung
2021–2023 Senior Projektmanagerin, Fördergebiet Bildung, Robert Bosch Stiftung
2017–2021 Projektmanagerin, Deutsche Schulakademie gGmbH
2012–2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Mannheimer Zentrum für empirische Mehrsprachigkeitsforschung
2006–2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl Anglistische Linguistik, Universität Mannheim
Studium: Master of Arts, Germanistik und Anglistik, Universität Mannheim
Publikationen (Auswahl)
Krempin, M. et al. (2026): Evidenzbasierte Schulentwicklung und Ausbildung von Change Agents. BzL – Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung.
Gronostaj, A., Krempin, M. et al. (2025): Bildungsarmut im Schulalltag: Perspektiven aus der Praxis. In: Handbuch Bildungsarmut.
Krempin, M., Mehler, K. (2017): Leitfaden Sprachförderung in der heterogenen Grundschule. Beltz.
Auch räumlich ist pädquis im Aufbruch: Die Stiftung ist seit Oktober 2026 unter neuer Adresse erreichbar.
pädquis Stiftung
Tempelhofer Ufer 23–24
10963 Berlin